Der Ethereum-Kurs (ETH) konnte sich seit dem 5. Februar nicht über 2.150 US-Dollar halten, was bei Krypto-Investoren Befürchtungen einer weiteren Korrektur schürt. Die Stimmung verschlechterte sich aufgrund spürbarer Abflüsse aus Ethereum Exchange Traded Funds (ETFs) und einer erhöhten Nachfrage nach Put-(Verkaufs-)Optionen.
US-Ethereum-ETFs verzeichneten zwischen Mittwoch und Donnerstag Nettoabflüsse in Höhe von 242 Millionen US-Dollar und kehrten damit den Trend der beiden vorangegangenen Tage um. Der institutionelle FrageDer Kurs, der auf die 20-prozentige Rallye von Ethereum von einem Tief von 1.744 US-Dollar am 6. Februar folgte, ist bereits zurückgegangen, da Anleger Ungleichheiten im US-Wirtschaftswachstum bemerkten – was sich in einer steigenden Nachfrage nach kurzfristigen US-Staatsanleihen widerspiegelte.

Die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen fielen am Freitag auf 3,42 %, nahe dem niedrigsten Stand seit August 2022. Die gestiegene Nachfrage nach Staatsanleihen spiegelt die Erwartungen der Anleger wider, dass die Federal Reserve (Fed) im Jahr 2026 weitere Zinssenkungen vornehmen wird. Anzeichen einer wirtschaftlichen Stagnation verringern das Inflationsrisiko und ebnen den Weg dafür ausgestreckt geldpolitische Maßnahmen.
Unabhängig von makroökonomischen Trends hat sich Ethereum schlechter entwickelt als der breitere Kryptomarkt, sodass sich Kryptohändler fragen, ob Ethereum immer noch das Zeug dazu hat, mit Netzwerken zu konkurrieren, die grundlegende Skalierbarkeit und schnellere Aktivitäten in der Kette bieten.
Marktteilnehmer befürchten, dass der ETH-Preis weiter sinken wird, da die aktuellen Daten offenbar nicht nur die jüngste Preisschwäche, sondern auch die Erwartung eines weiteren Rückgangs widerspiegeln.

Der Ethereum-Preis ist innerhalb von 30 Tagen um 38 % gefallen, was sich negativ auf die Netzwerkkosten ausgewirkt und letztlich die Anreize zum Stake verringert hat. Langfristiges Halten ist eine entscheidende Komponente für ein nachhaltiges Preiswachstum, und die aktuelle Ausübungsrendite von 2,9 % ist angesichts des Zielzinssatzes der Federal Reserve von 3,5 % alles andere als attraktiv. Darüber hinaus wächst das ETH-Angebot jährlich um 0,8 %.
ETH-Derivate senden schlechte Vorzeichen
Nach Meinung professioneller Anleger Kennzahlen Da ETH-Derivate nicht gerne Abwärtsrisiken eingehen, verstärkt dies die pessimistische Stimmung weiter.

Der sogenannte Delta-Skew der ETH-Optionen betrug am Freitag 10 %, was bedeutet, dass Put-Optionen (Verkaufsoptionen) mit einem Aufschlag gehandelt wurden. Die zunehmende Nachfrage nach neutralen bis bärischen Strategien treibt den Indikator über die in den letzten zwei Wochen übliche Schwelle von 6 %. Die schlechte Stimmung der Händler spiegelt einen sechsmonatigen Bärenmarkt wider, bei dem Ethereum bis zu 58 % unter seinem Allzeithoch notierte.
Aus einer breiteren Perspektive betrachtet machen die Abflüsse von Ethereum-ETFs in Höhe von nur 242 Millionen US-Dollar weniger als 2 % des gesamten verwalteten Vermögens von 12,7 Milliarden US-Dollar aus. Daher sollten Anleger nicht davon ausgehen, dass der ETH-Preis in eine Todesspirale geraten ist. Die Anlegermoral wird sich irgendwann erholen, da das Netzwerk weiterhin der absolute Marktführer im Total Value Locked (TVL) bleibt.
Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer dürfte weiterhin auf die kurzfristigen Ergebnisse gerichtet sein und darauf, ob die US-Regierung angesichts der zunehmenden globalen sozioökonomischen Spannungen in der Lage sein wird, ihre Schulden zu refinanzieren. In diesem Szenario wird der Ethereum-Preis wahrscheinlich weiterhin unter Druck bleiben, unabhängig von On-Chain- und Derivat-Kennzahlen.
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